Verstopfung - Ursachen

 

Was als Verstopfung (Obstipation) zu betrachten ist, hängt von der betroffenen Person ab. Manche Menschen haben täglich Stuhlgang, andere erleichtern sich bis zu dreimal pro Tag, wieder andere haben offensichtlich eine langsamere Verdauung geerbt und entleeren ihren Darm nur einmal pro Woche oder sogar nur alle zehn Tage.

Problematisch wird es erst dann, wenn sich der normale Rhythmus ändert, verzögert oder einige Zeit zum Stillstand kommt. Häufig kommen dann Schmerzen, Unwohlsein, Völlegefühl, Blähungen und Pressen beim Stuhlgang hinzu. Wenn solche Symptome auftreten, kann es sinnvoll sein, etwas gegen die Verstopfung zu unternehmen.

Ursachen

Wenn bei sonst gesunden Menschen hartnäckige Verstopfung auftritt, sind am häufigsten folgende Ursachen für die Darmträgheit verantwortlich:

- Ernährungsfehler: Meistens kommt es zu chronischer Verstopfung bei ballaststoffarmer Ernährung, unzureichender Flüssigkeitszufuhr und chronischer Missbrauch von Abführmittel, die die Muskulatur der Dickdarmwand lähmen können.

- Bewegungsmangel: Bewegung ist ein besonders wirksamer Regelmechanismus für die Darmtätigkeit, Menschen, die sich viel bewegen und sich gesund und fit fühlen, haben in der Regel kaum Verdauungsprobleme. Da durch Bewegung und Sport Flüssigkeit verloren geht, sollten Sie immer viel trinken, wenn Sie sportlich aktiv sind. Wird er Flüssigkeitsverlust nicht ersetzt, kann der Körper austrocknen und möglicherweise eine Verstopfung verursacht werden.

- Psychische Probleme: Private und berufliche Konflikte sowie depressive Verstimmungen und echte Depressionen können Verdauungsstörungen verursachen, da die Verdauungsfunktion auch vom negativen Nervensystem beeinflusst wird.

Weitere Ursachen:

Es gibt viele Arzneimittel, die eine Verstopfung verursachen können. Der Eindruck, dass Sie nach dem Stuhlgang das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung haben, können auf ein Reizkolon (nervöser Darm) zurückgehen – wenn der Darm durch chronische Verstopfung überdehnt ist oder bestimmte Darmtumoren vorliegen.

Schmerzen beim Stuhlgang werden meist durch Hämorrhoiden oder Risse in der empfindliche Oberfläche des Anus verursacht. Dies kann ein willentliches Zurückhalten des Stuhls und damit eine Verstopfung begünstigen. Verstopfung bei gleichzeitiger Gewichtszunahmen könnte auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zurückgehen.

Bei Abmagerungskuren wird oft das Frühstück oder eine andere Mahlzeit durch kalorienarme Nahrung mit geringem Ballaststoffgehalt ersetzt, wobei durch den Mangel an Ballaststoffen im Darm der Gastrokolonreflex nicht ausgelöst wird – häufig kommt es dann zur Verstopfung.


Verschiedene Bakterien oder Keime im Trinkwasser und in fremden Speisen können bei Auslandsaufenthalten oft Verstopfung hervorrufen.

Verstopfung durch Arzneimittel:

  • Abführmittel
  • Antidepressiva
  • Beruhigungsmittel
  • Betäubungsmittel (Opiate)
  • Bluttfettsenker
  • Eisenhaltige Mittel
  • Hustensäfte (Kodein)
  • Krampflösende Mittel (Antazida)
  • Mittel gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva)
  • Mittel gegen die Parkinson-Krankheit
  • Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)
  • Mittel gegen Knochenschwund (Kalzium)
  • Rheumamittel (Antirheumatika)
  • Schmerzmittel